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EINLEITUNG

Es ist das Laute, das Neue und das Alte, das Improvisierte und das Provisorische. Es sind die vielen Geschichten und Erfahrungen, die ständige Veränderung und das nicht
Vorhersehbare. Es ist die Vielfalt und die Vielschichtigkeit die uns faszinieren und in ihren Bann ziehen. Bewusst bewegen wir uns mit unseren Reisen nach Istanbul aus
unserem gewohnten Umfeld heraus, um zu sehen, zu lernen und zu handeln.

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Gegenwärtig werden auf der ganzen Welt Ungastlichkeitserfahrungen gemacht: Menschen fliehen aus ihrer Heimat und treffen nicht selten auf Fremdenfeindlichkeit. Populisten in allen Ländern bewegen die gesellschaftlichen Massen.
Vor diesem Hintergrund erscheint es umso dringlicher, uns auch als Gestalter Themen wie der Gastlichkeit und dem interkulturellen Austausch zu widmen, sowie sozialen und gesellschaftlichen Veränderungen gestalterische Ansätze entgegen zu setzen.

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KONZEPT

Fasziniert von der Stadt und ihren Handwerkervierteln, reisen die Designer von ISTANBUL‘DAN gemeinsam in die Metropole am Bosporus. In enger Zusammenarbeit mit den Handwerkern in Sishane und Galata, zwei historischen Handwerkervierteln Istanbuls, entstehen Produkte, welche die Möglichkeiten der dortigen Produktionsstrukturen ausloten, die Themen der Stadt aufgreifen und ihre Geschichten erzählen. Mit einfachen Maschinen wird auf kleinstem Raum hantiert und nicht Vorhandenes improvisiert. Durch die starke Vernetzung untereinander wird fast alles möglich gemacht.

Über sprachliche und kulturelle Barrieren hinweg wird mit Händen und Füßen kommuniziert, mit einfachen Zeichnungen werden Ideen konkretisiert und letztendlich in enger Zusammenarbeit realisiert. Die entstandenen Arbeiten sind damit mehr als reine Designobjekte. Sie fungieren als Botschafter zwischen den Kulturen und sind eine Hommage an Istanbul, seine Menschen und das lokale Handwerk.

Bei der Zusammenarbeit mit diesen Werkstätten profitiert das Projekt vom Erfahrungsschatz von Designerin und Aktivistin Aslı Kıyak İngin, Gründerin der Initiative „Made in Şişhane“ und dem Gemeinschaftsstudio „Artin‘s school“. Beide stellen vor Ort wichtige Kontakte her und stehen den Designern übersetzend und vernetzend zur Seite. Gemeinsam versuchen Istanbul‘dan und seine Partnerinitiativen auf das Potential des Netzwerks von Handwerkern aufmerksam zu machen und neue, gestalterische Perspektiven für diese zu schaffen. Denn trotz ihres Potentials stehen diese langfristig vor dem Aus: billige Importwaren aus Asien diktieren die Preise und die Modernisierung der Stadtteile sieht eine Umsiedlung der Produktionsbetriebe vor. Zusätzlich fehlen Nachfolger: für die junge Generation verliert das traditionelle Handwerk mehr und mehr an Attraktivität und so kann das Wissen und die Erfahrung nicht ausreichend weitergegeben werden.

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PROZESS

Das Arbeiten in Istanbul zeichnet sich besonders durch ein flexibles Netzwerk von kleinen Handwerksbetrieben aus, die über kurze Wege und freundschaftliche Beziehungen miteinander verbunden sind. Verschiedenste Materialien, Maschinen und Kompetenzen werden untereinander ausgetauscht und ergänzt, sodass aus einer Idee schnell eine erste Versuchsreihe entsteht. Die Experimentierfreudigkeit der Handwerker ist dabei genauso essentiell, wie deren handwerkliche Expertise und ein gewisses Improvisationsvermögen. Dies ist der Nährboden für weitere Entwicklungen und erste Produktideen.

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EDITION

In enger Zusammenarbeit zwischen Handwerker und Designer entstehen aus der Kombination von gestalterischer Idee und handwerklichem Können individuelle Einzelstücke und Editionen. Da die Anwesenheit und Beteiligung des Designers auch während dem Prozesses wichtig ist und die handwerkliche Produktionsweise die Fertigung einer großen Stückzahl einschränkt, wird hier die Auflage der Objekte bewusst limitiert.

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KOLLEKTION

Ausgefallene Techniken und besondere Bearbeitungsschritte können durch die flexible Arbeitsweise der Handwerker nach Entwicklung des Produktes wiederholt werden. Hier profitieren die Designer von einem funktionierenden Netzwerk, welches so gut aufeinander abgestimmt ist, dass selbst Serienfertigungen in kürzester Zeit abgewickelt werden. Auf Grund Ihrer Herstellungsweise bleiben die Produkte der Kollektion dennoch handgemachte Einzelstücke.

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DESIGNER

Laura Jungmann
Pierre Kracht
Dorothee Mainka
Jonathan Radetz
Florian Saul
Michael Konstantin Wolke

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